Rezensionen

July Winter: Verfolgt von Sturm und Macht

Ja, manchmal lohnt es sich, abseits der gewohnten Wege nach Büchern zu schauen. So habe ich den Hashtag „Bücherhamstern“ zum Anlass genommen, auch mal die kleineren Imprints, Verlage und Selfpublisher durchzustöbern und habe, natürlich, unzählige interessante Geschichten von sympathischen AutorInnen entdeckt. Das erste Buch, das ich mir nicht nur gekauft, sondern auch gelesen habe, ist July Winters Reihenauftakt ‚Verfolgt von Sturm und Macht‘.

Schon das Setting hat mich voll angesprochen. Die Geschichte spielt hauptsächlich in einem Gasthaus, und auch wenn die Gäste nicht gerade einen tollen Eindruck hinterlassen, pöbelnd, saufend, Karten spielend, mag ich es, wenn Schauplatz eine Gastwirtschaft ist, eine Pension oder ein Hotel. Es ist wie eine kleine abgeschlossene Welt, in die man als Außenstehender sonst keinen Einblick bekommt. Das macht es für mich so interessant. Auch weil ich diesen Einblick selbst schon hatte, da ich nach dem Abitur eine Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert hatte. Den Service liebe ich bis heute und deshalb lese ich auch gerne davon.

Neben dem Setting ist auch July Winters Schreibstil sehr angenehm und leicht zu lesen. Er passt zur Geschichte und zum einfachen Leben im Dorf. Da wäre jede Künstlichkeit fehl am Platz gewesen. Sie hat ein Auge für’s Detail, verliert sich aber nicht in Beschreibungen. Die Welt an sich ist nur ganz grob beschrieben, man lernt ein paar Städtenamen und Regionen kennen, einige Eigenschaften der jeweiligen Bewohner. Mehr leider nicht, doch das ist zumindest in diesem Band auch noch nicht nötig.

Und nun zu den Protagonisten. Danielle ist ein Typ Frau, vom dem ich nur zu gerne lese. Mutig und selbstbewusst ist sie nicht auf den Mund gefallen, bleibt dabei stets höflich und zuvorkommend. Sie sieht meist das Gute in den Menschen, lässt sich aber auch mal schnell überrumpeln, wenn ihr eine Situation unangenehm ist. Sie liebt ihren Vater und fühlt sich ihm verpflichtet, da ihr die Familie über alles geht. Danielle ist also herrlich normal und ich erkenne mich ab und an tatsächlich in ihr wieder.

Dann ist da noch Brix. Eigentlich Dereck. Ja, ein Prinz, der sich nicht als solcher zu erkennen gibt. Nicht neu, aber immer noch spannend. Zumindest für mich. Brix ist nämlich nicht sehr gefällig. Er ist arrogant, weltfremd, selbstherrlich und vor allem: unglaublich von sich überzeugt. Gerade bei so einem Charakter kann ich mir vorstellen, dass es wahnsinnig Spaß macht, seine Szenen zu schreiben. Einfach mal niemandem gefallen wollen und tun, was man will. Ich mochte ihn trotz seines Auftretens sehr, ist doch das Entwicklungspotential enorm, hehe.

Ich habe das Buch in nicht mal einem Tag gelesen. Es ist nicht so dick, wie man das vielleicht gewohnt sein mag. Aber es hat mich trotzdem mit seiner unanstrengenden und schönen Geschichte mitgenommen. Und es hat essenzielle Werte vermittelt: Freundschaft und Loyalität. Wie wichtig Familie ist. Dass man seine Vorurteile überdenken soll. Und dass man vielleicht dort, wo man es am wenigsten erwartet, einen Ort findet, an dem man bleiben möchte.

Klappentext

In Danielles Leben sind raue Sprüche und Reibereien an der Tagesordnung. Dennoch liebt sie die Tätigkeit im Wirtshaus, das sie zusammen mit ihrem Vater führt. Eines Tages taucht ein wortkarger Fremder in der Schankstube auf, der einen langen Weg durch die stürmischen Weiten Rokariens hinter sich hat. Und nicht nur das: Nach einem nächtlichen Raubüberfall scheint dieser völlig mittellos. Fasziniert von dem unergründlichen Reisenden bietet Danielle ihm eine Anstellung an, auch wenn klar ist, dass dieser Mann noch nie wirklich hat schuften müssen. Und obwohl er sie gelegentlich hinter seine sorgsam errichtete Fassade blicken lässt, ahnt Danielle, dass er einen wichtigen Teil seiner Identität vor ihr verbirgt…

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Bibliographie

Dark Diamonds
Band 1 von 4
ET 28.09.2019
Taschenbuch 12,99 €, eBook 3,99 €
250 Seiten
ISBN: 978-3-551-30200-7
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