Rezensionen

Kira Mohn: Wild Like A River

Genau solche Geschichten suche ich. New Adult, aber auf eine so gute und normale Art und Weise. Tiefgehend, herzzerreißend, echt, emotional und so liebevoll erzählt, dass es sich anfühlt wie eine wohlige Umarmung an einem nasskalten Herbsttag. Denn heute ist so ein nasskalter Herbsttag und ich hätte mir kein besseres Buch dafür vorstellen können.

‚Wild Like A River‘ beginnt in einer Umgebung, wie ich sie schöner nicht sein kann. In den Weiten Kanadas, mit seinen Wäldern, Tieren, dem Sternenhimmel und dieser ganz besonderen Atmosphäre und Ruhe, die jeder kennt, der schon mal bewusst die Natur um sich herum wahr genommen und genossen hat. Die raschelnden Blätter, der weiche Gang auf dem Waldboden, das Knacksen im Unterholz. Schon allein dieses Setting hat mich auf den ersten Seiten für das Buch und die Geschichte eingenommen. Bildhaft, detailliert und einfach wunderschön.

Und dann hat Kira Mohn mit Haven auch noch so eine bezaubernde Protagonistin geschaffen, in die ich mich ein bißchen verliebt habe. So unschuldig und auch ein klein wenig naiv weiß sie doch ganz genau, was sie will. Sie will sich den Problemen in ihrem Leben stellen und braucht niemanden der sie beschützt. Doch das übernimmt Jackson nur zu gerne. Auch ihn mochte ich von Anfang an, einfühlsam, aufmerksam und so normal. Kein Bad Boy, kein den Kick suchender reicher Schnösel. Sondern einfach ein junger Mann, der nicht perfekt ist, auch mal was falsch macht und trotzdem versucht, das in seiner Sicht Beste zu tun.

Die Geschichte ist aus Havens und Jacksons Sicht geschrieben und dadurch lernen wir beide ziemlich gut kennen. Jackson im Kreis seiner Freunde, mit seinem Mitbewohner, an der Uni. Und dem Wandel, den er vollzieht. Aber vor allem bei Haven wird großes Augenmerk auf ihre Entwicklung gelegt. In einem Wald aufgewachsen ist sie zwar nie länger in einer größeren Stadt gewesen, ist aber keine Hinterwäldlerin. Sie wohnt mit ihren Vater, dem Ranger des Nationalparks, in einer Hütte und vermisst nicht viel. Außer ihre Mutter. Bis Jackson in ihr Leben tritt und Haven sich frägt, ob sie die Welt außerhalb ihres Waldes nicht doch kennenlernen muss, um sich endgültig dafür entscheiden zu können, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten.
Manchmal tat mir Haven richtig leid, ich kann mir nicht vorstellen, wie es sein mag, in einer so fremden Welt anzukommen, wie sie es tat. Intrigen, falsche Freunde, großkotzige Sprücheklopfer, verletzende Kommentare. Haven sieht das Gute im Menschen und rechnet nicht mit der Verschlagenheit mancher. Oder wie schnell man abgestempelt wird, wenn man ein von der Norm abweicht. Doch Haven lernt nicht nur die Welt außerhalb des Nationalparks kennen, sondern auch Details aus ihre Vergangenheit, die sie vergessen hat. So herzzerreißend, dass mir nicht nur einmal die Tränen kommen. Also genau das richtige für einen trüben Herbsttag. Und für jeden anderen Tag auch. 5 Sterne.

Klappentext

Haven lebt als Tochter eines Rangers in einem von Kanadas Nationalparks. Nirgends fühlt sie sich so wohl wie in der wilden Natur, weit ab von allen Menschen. Touristen geht sie lieber aus dem Weg, vor allem wenn sie sich so dämlich verhalten wie Jackson. Er will mit einem Freund wandern, aber die leichtsinnigen Städter bringen sich direkt am ersten Abend in eine gefährliche Situation. Haven hilft ihnen in der Annahme, dass sie anschließend abreisen. Doch stattdessen überredet Jackson sie, ihm ihre Welt zu zeigen. Und plötzlich ist da jemand, der all das, was sie bisher allein erlebt hat, mit ihr teilt. Ein verwirrend schönes, aber auch schmerzhaftes Gefühl. Denn Jackson muss bald wieder zurück in seine eigene Welt …

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Bibliographie

Kyss
Band 1 von 2 der Kanada-Reihe
ET: 13.10.2020
Paperback 12,99 €, eBook 9,99 €
400 Seiten
ISBN: 9783499003998
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