Rezensionen

Ulrike Koch: Apocalyptic Lovers. Reiter der Hölle

(Werbung – Rezensionsexemplar)

Manchmal lohnt sich ein zweiter Blick. Als ich unter einem Post zum Buch auf Instagram kommentiert hatte, dass mich die Geschichte vom Klappentext nicht so anspricht, meinte die Autorin, ob ich mir nicht mal eine Leseprobe durchlesen möchte. Das habe ich getan, und siehe da: Der Schreibstil gefiel mir auf Anhieb und die Geschichte begann vielversprechend. Ich habe dann auch ein richtiges Abenteuer bekommen, inklusive Schatzsuche und Challenges. Unterhaltung pur und ich bin froh, den Blick ins Buch gewagt zu haben.

Ulrike Kochs Schreibstil ist ziemlich einnehmend, das habe ich schon auf den ersten Seiten gemerkt. Sehr bildhaft, aber auch mit einer schönen Prise Witz und Leichtigkeit. Das passt auch gut zu Protagonistin Trintje, die einfach eine coole Socke ist. Genervt von ihren Blind Dates, die alle ein Griff ins Klo waren, hat sie nicht damit gerechnet, dass ihr Seelengefährte sie findet – und nicht umgekehrt. Doch wie es so oft ist mit den Liebesgeschichten, können sich die beiden anfangs nicht ausstehen. Er ist aber auch ein unsensibles Exemplar von einem Mann. Und dann schleppt er sie auch noch durch die halbe Weltgeschichte, auf der Suche nach dem Schmuckstück eines Gottes. Das fand ich ja so genial, ich hatte gleich ein bisschen Indiana-Jones-Feeling. Die antiken und göttlichen Stätten, die Trintje und ihr Weggefährte bereisen, habe ich noch nicht besucht, umso mehr Spaß macht es, den beiden Schatzjägern dahin zu folgen. Und natürlich sind sie vor Komplikationen nicht gefeit, denn der Trickster ist am Werk. Er hat mich ja total an den Riddler erinnert, dem ein Rätsel oder Spiel über alles geht. Dazu eine kleine Portion Wahnsinn, et voilà, fertig ist ein unberechenbarer Gegenpart, der gerne um das Leben Dritter spielt.

Kel, seines Zeichens Reiter der Apokalypse, ist, wie schon erwähnt, anfangs nicht wirklich charmant. Trintje (die er Trine nennt, sie mag es nicht, ich versteh‘s) wird mit vielen Neuigkeiten konfrontiert, die sie erst mal verarbeiten muss. Dabei ist sie aber total anders als so viele andere Protagonisten, die in eine fremde Welt geworfen werden. Sie akzeptiert, ohne viel zu hinterfragen, ändern kann sie eh nichts daran. Das gefiel mir total, dadurch lernt man aber auch die ganzen Hintergründe nicht so kennen.
Kel jedoch hat nur sein Ziel vor Augen und schert sich reichlich wenig um Trintje, die für ihn nur ein Mittel zum Zweck ist. Doch sie weiß sich schon zu behaupten, gibt ihm Kontra, ist sehr entschlossen und recht mutig. Das beeindruckt selbst eine so alte Seele wie Kel.. Ich mag die Dynamik zwischen den beiden, ihre Dialoge und ihren Umgang miteinander. Das sorgt für viele witzige Szenen und unterhält mich sehr.
Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Ich-Perspektive der beiden Protagonisten erzählt, doch auch andere apokalyptische Reiter bekommen ihre Kapitel. Eigentlich mag ich es nicht so, wenn es zu viele Perspektiven gibt, die womöglich erst spät in der Geschichte zu Wort kommen. Aber hier war es sinnvoll, um die Geschichte in seiner Gänze zu erfassen – und in sich logisch, da die vier Reiter  zwar alle auf Erden wandeln, sich aber voneinander fern halten müssen.
Die Figuren haben mir eigentlich alle gut gefallen, aber sie bleiben leider recht oberflächlich. Gerne hätte ich noch mehr über die Reiter selbst erfahren oder aber auch über die anderen göttlichen Wesen. Oder über den Status Quo der fantastischen Welt, die vor allem gegen Ende eine Rolle spielt.

Was bei mir leider auch nicht so ankam, war die Liebesgeschichte. Es ging mir einfach zu schnell, als dass ich die Gefühle hätte gut nachvollziehen können. Da hätte ich mir gern mehr Drumherum gewünscht, ein paar Szenen, die zeigen, wie sich die Beziehung langsam vertieft. Doch da für mich der Fokus der Geschichte eher auf dem Abenteuerlichen lag, war das nicht ganz so schlimm. Nur leider ist dann die Epik der Auflösung für mich nicht ganz so ergreifend gewesen, wie sie hätte sein können. 4 Sterne.

Klappentext

**Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt**
Kelyan ist einer der vier apokalyptischen Reiter, einst dazu bestimmt, das Grauen des Kriegs über die Menschen zu bringen. Aber die Welt hat sich verändert. Ein neues, göttliches Spiel der Macht hat begonnen und nun durchstreift er die Dunkelheit auf der Jagd nach den Kreaturen der Nacht. Bis zu jenem Tag, der alles verändert. Als er IHR begegnet …
Trintje und Dating – ein absoluter Reinfall. Daher kann die junge Studentin kaum glauben, dass der gut aussehende Fremde, den sie beinahe mit ihrem Volleyball massakriert hätte, tatsächlich Interesse an ihr zeigt. Doch seit ihrem »Zusammenstoß« weicht er nicht mehr von ihrer Seite. Trintje ahnt nicht, dass ein magisches Erbe in ihr schlummert, das sie unweigerlich mit diesem geheimnisvollen Mann verbindet und sie in die Untiefen der Hölle führen wird.

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Für einen Blick ins Buch klicke auf das Coverhttps://www.carlsen.de/bic/media/widget/9783646607123

Bibliographie

Carlsen Impress
Einzelband
ET: 17.12.2020
eBook 3,99 €, Taschenbuch 12,99 € (erscheint am 25.02.2021)
310 Seiten
ISBN: 978-3-646-60712-3
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