Rezensionen

Kai Meyer und Lisanne Surborg: Imperator

(Werbung – Rezensionsexemplar)

Wie lässt sich ‚Imperator‘ von Kai Meyer und Co-Autorin Lisanne Surborg am besten beschreiben? Die Worte „ein okkulter Thriller mit fantastischen Elementen“ treffen es glaube ich ganz gut. Ich mochte diesen Thriller, er war atemlos spannend, das Setting unglaublich interessant, die Atmosphäre geheimnisvoll, verschwörerisch und dekadent. Doch die Fantasyelemente, die, die diesen Roman zu etwas besonderem machen.. Die gefielen mir nicht ganz so gut. Sie passten für mich nicht und ich bin mir sicher, dass die Geschichte auch ohne diese funktioniert hätte. Hier und da weniger Überraschungen, dafür realistischer.

‚Imperator‘ entführt in das Rom der 1960er Jahre. Die Via Veneto ist der Hotspot der Stars und Sternchen, hier heißt es sehen und gesehen werden, das pure süße Leben. Ich fand es unglaublich interessant, wie die Stadt beschrieben wird, die Rolle der Hollywoodstars, ihr dekadentes Leben dort, voller Exzesse, Drogen und Paparazzi. Schon alleine deswegen ist der Roman lesenswert, denn die Autoren schaffen es, eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen. Verrucht, geheimnisvoll, verschwörerisch. Sie zeigen, wie Politik, Adel, die Reichen und Schönen, agieren, intrigieren, regieren. Wie sie morden um ihre Interessen durchzusetzen, wie sie bestechen um Dinge zu beschleunigen. Und dann die Beschreibungen der Stadt selbst.. Ich liebe Rom, sie ist eine meiner liebsten Städte. Weil sie Antike und Moderne so unnachahmlich vereint. Und dann von dieser Zeit zu lesen, das wirft ein ganz anderes Bild auf meine romantische Vorstellung der Stadt. Denn Korruption gibt es mit Sicherheit immer noch, Postengeschachere, die Mafia, Faschisten. Ich fand es schlichtweg faszinierend und habe einiges nachrecherchiert, weil ich mich weitergehend damit beschäftigen wollte. Die Basis der Geschichte, der Rahmen, konnte also voll bei mir punkten.

Auch die Story an sich war spannend, schon allein wegen der unterschiedlichen Sichtweisen. Annas Perspektive mochte ich dabei am liebsten. Sie ist aus London nach Rom gereist, um den Mörder ihrer Mutter zu finden und schließt sich dafür einer Gruppe von Paparazzi an. Eine Berufsgruppe, die durch Grenzüberschreitungen und Eindringen in die Privatsphäre anderer bekannt ist. Die perfekte Tarnung also, um Menschen auszuhorchen und zu beobachten. Total spannend, da dieses Milieu neu für mich ist und ich mich zum ersten Mal mit Standfotos und Dunkelkammern konfrontiert sehe. Dinge, die wohl für viele Menschen alltäglich sind, aber mit denen ich mich jetzt erst auseinandergesetzt habe.

Zweiter Handlungsstrang um Gennaro Palladino ist der, der mir manchmal durch die fantastischen Elemente zu abgedreht war. Annas Erzählperspektive hat zwar auch das ein oder andere unerklärliche Phänomen zu verzeichnen, aber bei Palladino sind diese ziemlich offenkundig. Ich bin aus ihm auch nie richtig schlau geworden, einerseits handelt er skrupellos und kalt, andererseits sorgt er sich um Menschen, die ihm nahestehen. Er blieb mir recht fremd, wobei ich bei Krimis und Thrillern selten eine Nähe zu den Protagonisten aufbaue. Der Fokus liegt meist auf der Handlung und der Spannung als auf Charaktertiefe und –entwicklung. Darum finde ich das nicht weiter schlimm. Doch was ihn antreibt, das habe ich noch nicht hundertprozentig herausgefunden, zumal seine Vergangenheit ziemlich nebulös bleibt.

Die Geschichte ist eine Verfolgungsjagd par excellence, durch Roms Nachtclubs, durch Filmstudios, Straßencafés und geheime Zusammenkünfte. Spannend, nervenaufreibend, lesenswert. Und da einige Fragen unbeantwortet bleiben und die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist, freue ich mich auf die Fortsetzung. Wer nicht so lange warten will, sollte sich das Hörspiel anhören. Das, auf dem das Buch basiert. Staffel 2 wurde im Februar 2021 veröffentlicht, das Buch dazu dauert noch ein bisschen. 4 Sterne.

Klappentext

Rom in den Swinging Sixties – eine Stadt der Filmstars und Verbrecher, der Starlets und Geisterbeschwörer, des alten Adels und der korrupten Politik.

Die Studentin Anna schließt sich einer Gruppe Paparazzi an, um inkognito den Mörder ihrer Mutter zu jagen. Zugleich soll der Privatdetektiv Gennaro Palladino den Tod eines wahnsinnigen Malers aufklären.
Die Suche nach der Wahrheit führt Anna zusammen mit dem jungen Fotografen Spartaco durch Paläste und verlassene Villen, durch Filmstudios und verruchte Jazzclubs – und immer wieder auf die legendäre Via Veneto, den Brennpunkt des Dolce Vita. Während die High Society im Champagner badet und Regierungsgegner die Revolution planen, ziehen finstere Mächte die Fäden. Sie wollen die Auferstehung des antiken Rom – koste es, was es wolle.

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Bibliographie

Knaur Taschenbuch
Band 1 einer Reihe
ET: 03.05.2021
Paperback 14,99 €, eBook 12,99 €
400 Seiten
ISBN: 978-3426527177
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