Rezensionen

James A. Sullivan: Die Chroniken von Beskadur – Das Erbe der Elfenmagierin

(Werbung – Rezensionsexemplar)

‚Das Erbe der Elfenmagierin‘ von James A. Sullivan war das zweite Buch, das wir im Buchclub ‚Zum Legendarium‘ gelesen haben. Es ist High Fantasy, wie ich sie liebe: Eine unglaublich detaillierte Welt, unzählige, vielschichtige Figuren, eine Reise voller Gefahren. Und auch wenn die Reise größtenteils sehr ruhig ist, konnte sie ihren Zauber voll entfalten.

Als ich die ersten Seiten gelesen hatte, habe ich gemerkt, dass es eine sehr anspruchsvolle Geschichte werden wird, die meine volle Aufmerksamkeit braucht. Viele Figuren, Diversität, Inkarnationen, die 2000 Jahre zurückreichen. Ich liebe diese Komplexität und kann mir Gott sei Dank Namen gut merken und auch zuordnen. So fiel mir der Start ins Buch leichter.
Es beginnt sehr ruhig und doch habe ich mich keine Sekunde gelangweilt. Die bedächtige und erhabene Erzählweise passt zur Geschichte und zum Setting. Trotz der ruhigen Erzählweise schreitet die Handlung schnell voran bzw. ist die Reise sehr zügig. Sie ist lang und ich kann verstehen, dass nicht alle Stationen in aller Ausführlichkeit beschrieben werden. Doch es hat mich trotzdem ein bisschen gestört und ich habe mich gefragt, ob nicht weniger Stationen, die dafür detaillierter beschrieben worden wären, besser gewesen wären. Es wirkte so etwas gehetzt.
Ich fand es auch nicht so gelungen, dass die Reisenden eigentlich überall nett empfangen werden, alles glatt läuft und keinerlei Hindernisse ihren Weg kreuzen. Es lief mir einfach etwas zu glatt, aber das mag, wie die kurzen Stationen, dem geschuldet sein, dass der Fokus auf späteren Ereignissen liegt. Doch diese Kleinigkeiten haben meine Lesefreude eigentlich kaum gestört.

Die Geschichte spielt in einer Welt, deren Ausmaß man mithilfe der schönen Karte in der vorderen Klappe erahnen kann. Prächtig und atmosphärisch beschrieben, besiedelt mit allerlei Völkern, durchzogen mit magischen Elfenpfaden, deren Beschreibungen traumhafte Bilder heraufbeschwören lassen. Ich mochte vor allem auch die Diversität der Welt, so, als wäre sie nie anders gewesen (mehr zu diesem Konzept der ‚Progressiven Phantastik‘ findest du hier). Das ist in der englischen Fantasy schon längst angekommen und ich freue mich, dass die Diversität der Geschlechter und Geschlechtsidentitäten auch immer mehr den Weg auf den deutschen Buchmarkt finden.

Wir begleiten Protagonist Ardoas auf seiner Reise durch die Welt Alvaredur, auf der Suche nach seiner Erinnerung. Er ist eine Inkarnation der Elfenmagierin Naromee, doch zur Enttäuschung aller erinnert er sich nicht an deren Wissen. Aufzeichnungen einer früheren Inkarnation führen ihn schließlich auf die Suche nach einem Orakel, das die Hoffnung ihn ihm weckt, seine Erinnerungen zu erlangen.
Ich bin eigentlich eine personenbezogene Leserin, die meist eine Verbindung zu den Figuren braucht, um sie zu mögen bzw. um ihr Handeln nachvollziehen zu können. Hier habe ich diese Verbindung nicht zu einzelnen Personen aufbauen können, dafür aber zu der Gemeinschaft, die sich der Gefahren Alvaredurs stellt. Es ist eine so besondere Beziehung, die diese drei Figuren haben, so respektvoll und voller Liebe, Hingabe und Vertrauen. Die Liebesszenen werden nur kurz angeschnitten und überlassen eigentlich alles der Fantasie, waren aber dabei so eindringlich und gefühlvoll, ohne sich den Lesenden aufzudrängen.  Sie bleibt im Hintergrund, beschreibt aber alles, was die Gemeinschaft ausmacht. Ich bin immer noch begeistert von dieser Erzählweise und hoffe, dass ich im Finalband noch mehr davon bekomme. 4,5 Sterne.

Gemeinsam mit Bernhard Hennen schrieb James A. Sullivan einen der erfolgreichsten deutschen Fantasy-Romane: »Die Elfen«. Mit der vorliegenden High-Fantasy-Dilogie kehrt er nun in sein Heimatgenre zurück.

Sullivans elfischer Protagonist, Ardoas, trägt die Seele und die Erinnerungen der legendären Magierin Naromee in sich – und damit eine schwere Bestimmung: Nur er soll in der Lage sein, seinem Volk die vor langer Zeit gestohlene Seelenmagie zurückzubringen. Helfen soll ihm ein mysteriöses Orakel, das jedoch spurlos verschwunden scheint – und mächtige Feinde sind ihm auf den Fersen. Zahlreiche Gefahren lauern auf dem Weg zum Felsentempel von Beskadur, wo sich Ardoasʼ Schicksal entscheidet.

Der erste Band des Zweiteilers »Die Chroniken von Beskadur«: Ein fantastisches Abenteuer, das die klassische High Fantasy neu denkt.

Piper
Band 1 von 2
Autor*in: James A. Sullivan
ET: 30.09.2021
Seiten: 448
ISBN: 9783492706711

Einen Blick ins Buch und eine Bestellmöglichkeit gibt’s hier

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