Rezensionen

L.K. Steven: Silvercloak – Unter Feinden

(Werbung – Rezensionsexemplar)

Meine Erwartungen an ‚Silvercloak – Unter Feinden‘ von L.K. Stevens, übersetzt von Maike Hallmann, waren gar nicht mal so niedrig. Aber dass mich die Geschichte SO fesseln und mitreißen kann.. Damit habe ich tatsächlich nicht gerechnet.

Das liegt nicht nur an Stevens lockerem Schreibstil, der sich wirklich angenehm und leicht lesen und mich, auch wenn es abgedroschen klingen mag, nur so durch die Seiten fliegen lässt. Natürlich sind Plot und Handlung dafür auch wichtig, aber ein sperriger Stil hat diesen Effekt dann schlichtweg nicht.
Die Story beginnt aber erst mal wie so viele andere: Ein kleines Mädchen muss erleben, wie ihre Eltern umgebracht werden und schwört, als sie alt genug dafür ist, Rache. Sie ist mittlerweile Teil der Silvercloaks, eine Vereinigung, die im Reich für Ordnung sorgt. Als sie die Chance erhält, die verbrecherischen Bloodmoons, die Organisation, die für den Tod ihrer Eltern verantwortlich ist, zu infiltrieren, zögert sie nicht lange.
Was ‚Silvercloak‘ besonders macht, ist zum einen Protagonistin Saffron. Sie ist so vielschichtig, und tiefgehend beschrieben, hadert oftmals mit sich, sie denkt über ihre Entscheidungen nach und wägt die Konsequenzen ab, konzentriert sich nicht nur auf das Aussehen des potenziellen Love Interests, ist klug und mutig, und selbst wenn ich selbst in vielen Situationen nicht so gehandelt hätte wie sie, kann ich ihre Entscheidungen doch nachvollziehen. Wenn auch nicht immer gutheißen.
Zum anderen konnte mich die Geschichte immer wieder überraschen, vor allem, weil andere Romane wahrscheinlich einen angenehmeren oder einfacheren Weg eingeschlagen hätten, Auswege gesucht hätten, um die Figuren nicht zu viele Sympathien verspielen zu lassen. Aber Saffrons Welt ist nun mal eine brutale, so nährt sich die Magie zum Beispiel aus Lust und Schmerz. Was ist das bitte für ein genialer Ansatz? Lust füllt den Magiespeicher, Schmerz erhöht die Qualität der Magie. Ersteres führt in der Welt dazu, dass ganz offen mit Lust umgegangen wird und sich niemand für seine*ihre Lust schämt. Die Protagonist*innen selbst beschränken sich nicht auf ein Geschlecht, was zu einem sehr progressiven Ansatz führt und super in die Welt passt.
Selbst Protagonist Levan, der als Sohn des Anführers der Bloodmoons sehr gefährlich für Saffron ist, besitzt eine Ambivalenz, die ich schon lange nicht mehr bei einem männlichen Charakter in der Fantasy gelesen habe. Einfühlsam und voller Trauer einerseits, aber auch mit einer magischen Macht und Brutalität auf der anderen, ist er genauso moralisch grau wie die Protagonistin.
Einzig die Liebesgeschichte und den Slow Burn habe ich nicht so spüren können, dafür waren die zwei, drei spicy Szenen wegen des Einsatzes von Magie mal richtig abwechslungsreich und haben sogar mir Spaß gemacht. Die Romanze ist schon präsent, nimmt aber nicht viel Raum ein. Die Protagonist*innen sind erwachsen und haben erwachsene Beziehungen, die sich nicht in Schmachten und Tagträumen verlieren.
Steven hat kürzlich Band 2 abgegeben, ich denke, dass wir dann in 2026 mit der Fortsetzung der Trilogie rechnen können. Gott sei Dank, denn der Cliffhanger verspricht, dass es noch düsterer wird. 5 Sterne!

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Zwölf Jahre Magierschule. Fünf Jahre Straßenpatrouille. Wenige Minuten bis zu ihrer Prüfung. Endlich steht Saffrons Abschluss an der Silvercloak-Akademie bevor. Nur die besten Magier dürfen ihren Mantel silbern färben und fortan die verbrecherischen Bloodmoons zur Strecke bringen. Aber Saffron gehört nicht zu den Besten: Sie bedient sich der gleichen unlauteren Mittel wie die Bloodmoons: List, Betrug, Lüge. Kein Wunder, dass ausgerechnet sie für eine verdeckte Ermittlung unter den Bloodmoons auserkoren wird, in deren Reihen nicht nur Saffs Leben in höchste Gefahr gerät, sondern auch ihr Herz …

Erschienen bei Penhaligon
Band 1 von 3
Autor*in: L.K. Steven
Übersetzt von Maike Hallmann
ET: 30.07.2025
Seiten: 624
ISBN: 978-3-7645-3338-0

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