Rezensionen

Hannah Kaner: A Snake Among Swans

(Werbung – Rezensionsexemplar)

Hannah Kaners Trilogieauftakt ‚A Snake Among Swans‘, übersetzt von Wolfgang Thon, lässt mich in einer Form von Zwiespalt zurück. Einerseits fand ich es richtig, richtig gut, vor allem mit seiner epischen Ruhe. Andererseits hatte ich Stellen, die sich für mich zu lang angefühlt haben, um mit voller Konzentration in der Geschichte zu bleiben.

Das zu Grunde liegende Element, das Kaner in ihrer Geschichte einbaut, ist nicht neu: Eine Prinzessin muss an den Hof des Feindes, um deren König zu heiraten. Allerdings ist Tilde die Schlange unter den Schwänen. Denn welche Ausgangssituation ist besser dazu geeignet, die königliche Familie zu unterwandern, als mitten unter ihnen zu weilen? Dabei ist Tilde unglaublich stark im Geiste, sehr klug und sie geht sprichwörtlich über Leichen. Ich heiße nicht alle ihre Entscheidungen gut, kann aber nachvollziehen, warum sie so gehandelt hat. Sie ist ein sehr ambivalenter Charakter, der immer mal wieder Sympathien verspielt. Ich liebe diese moralische Herausforderung!

Kaner hat sich von Hans Christian Andersens ‚Die wilden Schwäne‘ inspirieren lassen, dies mit folkloristischen Elementen verwoben, die mich an keltische Mythologie erinnert haben: Magische Menschen namens Druidim, ein Ahnenforst, der seinen eigenen Willen hat. Dies verwebt Kaner mit Themen wie Kampf gegen das Patriarchat, religiöser Macht und weiblicher Wut.

Die Autorin bedient sich einer sehr poetischen Sprache, hat ein Auge für Details und beschreibt sehr stimmungsvoll. Ich mag das grundsätzlich, aber dadurch wird oftmals Tempo herausgenommen. Im Zusammenspiel mit Szenen, die zwar der Stimmung und dem tiefergehenden Verständnis der Motivationen der Figuren und deren Beziehungen zueinander dienen, aber viel Raum einnehmen, kam es dazu, dass ich mir manchmal ein bisschen mehr Tempo gewünscht hätte. Und trotzdem bin ich begeistert von der Geschichte! Die Stärke der Protagonistin, die weibliche Wut und die folkloristischen Elemente haben mich sowas von gepackt. Wenn ich dann noch mitbekomme, dass der erste Satz der Geschichte eine Hommage an Angela Carter ist, von der ich aufgrund ihrer feministischen Kritik unbedingt auch mal etwas lesen möchte, ist es um mich geschehen. Große Empfehlung für diesen Reihenauftakt, auch wenn du eventuell einen etwas längeren Atem brauchst – es wird sich lohnen!

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„Der Tod ist gekommen, um dich zu holen, der Tod aus Blut und Dornen und Knochen.“

Tilde hat schon immer das Flüstern des Ahnenforsts gehört: die Stimmen ihrer Vorfahren, die durch den mysteriösen Wald zu ihr sprechen. Doch Tilde ist die letzte Erbin eines eroberten Landes. Um ihrem Reich eine Zukunft zu geben, muss sie ihre Heimat verlassen und den gefürchteten Schwanenkönig Liran heiraten.

Am Hof des Schwanenkönigs lauern zahlreiche Gefahren: Lirans Söhne ringen bereits um den Thron ihres alternden Vaters, und Tilde ist eine Bedrohung, die sie um jeden Preis beseitigen wollen. Auch die Prinzessin Elise, getrieben von Loyalität zu ihrer Familie, begegnet Tilde mit Feindseligkeit.

Keiner von ihnen ahnt, dass Tilde eine Schlange in ihrer Mitte ist – und dass die dunkle, verbotene Magie des Ahnenforsts durch ihre Adern fließt. Sie will ihr Land zurück und ist bereit, dafür alles zu opfern. Doch damit eine neue Königin aufsteigen kann, müssen die Schwäne fallen.

Wilde, unzähmbare Magie trifft auf höfische Politik und einen tödlichen Kampf um den Thron!

Erschienen bei Piper
Band 1 von 3
Autor*in: Hannah Kaner
Übersetzt von Wolfgang Thon
ET: 02.10.2026
Seiten: 592
ISBN: 978-3-492-71101-2

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