Rezensionen

Nina Varela: Iron Heart – Aylas Rache

(Werbung – Rezensionsexemplar)

Nina Varelas Dilogie ‚Crier’s War‘ war schon lange auf meiner Wunschliste. Dass sie auf Deutsch erscheinen wird, damit habe ich nicht gerechnet. Natürlich wollte ich den Reihenauftakt ‚Iron Heart – Aylas Rache‘, übersetzt von Regina Jooß, alsbald lesen.

Die Ausgangsituation ist unglaublich spannend. Anhand einer Zeitleiste zu Beginn des Buchs lässt sich nachvollziehen, wie es zu der Machtübernahme durch die Automae gekommen ist. Automae, die eigentlich von Menschen kreiert worden sind, haben sich gegen ihre menschlichen Erschaffer erhoben. Sie sind Ebenbilder der Menschen, aber doch fehlt ihnen das, was Menschen ausmacht. 47 Jahre nach dem Krieg der Arten setzt die Geschichte ein.
Wir folgen dabei Ayla, einer jungen Menschenfrau und Lady Crier, adelige Automa. Erstere sinnt auf Rache, da ihre Familie von den Automae getötet wurde. Letztere hinterfragt langsam das System, in dem sie großgeworden ist.
Die Geschichte wird aus den Perspektiven der beiden Frauen erzählt, somit bekommt man Einblicke in das Leben der Menschen unter der Herrschaft der Automae. Doch nicht minder spannend ist es, die Existenzen der Kreationen zu verfolgen. Menschfreundlich gesinnten Automae genauso wie solchen, die alle Menschen endgültig besiegen möchten. Das führt zu existenziellen Fragestellungen: Was macht Menschen aus? Kann ich mich für einen anderen Weg entscheiden, als den, der für mich vorgesehen ist? Kann eine unüberwindlich erscheinende Kluft doch überwunden werden?
Ich hatte hohe Erwartungen an die Geschichte, die in großen Teilen erfüllt wurden. Ich liebe den Weltenbau und die Figuren, ich mag es, dass es ein Young-Adult-Fantasyroman mit sapphischer Liebe ist. Leider konnte ich diese Liebe nicht spüren. Sie kam ein bisschen aus dem Nichts, auch wenn ich sie erwartet hatte. Die Nähe der beiden Protagonistinnen und die Chemie zwischen ihnen war mir nicht überzeugend genug aufgebaut worden, sie wurde mir zu wenig gezeigt. Natürlich kann ich diesen Dilogieauftakt trotzdem empfehlen. Die Romance ist zwar wichtig für die Nachvollziehbarkeit der Handlungen der Figuren, aber nicht alles dominierend. Und vor allem liegt für mich persönlich der Fokus eher auf dem Konflikt zwischen Geschaffenen und Erschaffern, auf dem Verhältnis zwischen künstlicher Intelligenz und Menschheit. Ich freue mich auf den zweiten Band, der mehr Kampf gegen das System verspricht. 4 Sterne.

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Eine Liebe zwischen zwei Welten, zwischen Mensch und Automa – eine Liebe, die das Königreich in den Abgrund reißen oder zu neuer Freiheit führen kann. Nach dem verheerenden Krieg der Arten herrschen die Automae, einst als lebendige Spielzeuge der Menschen erschaffen, über das Königreich Rabu. Die Menschen dienen ihnen, geknechtet und unterdrückt. Ayla, eine junge menschliche Dienerin, schwört, den Tod ihrer Familie zu rächen – indem sie die scheinbar perfekte Tochter des Herrschers, Lady Crier, tötet. Doch auch Crier beginnt zu zweifeln: Mit einem undurchsichtigen Verlobten, einem Vater, der seine finsteren Geheimnisse vor ihr verbirgt, und einer Gesellschaft, die sich immer mehr gegen ihre Familie auflehnt, gerät ihre Loyalität ins Wanken. Dann begegnet sie Ayla. In ihrem atemberaubenden Debüt entführt Nina Varela in eine düstere, faszinierende Welt und stellt uns eine entscheidende Frage: Was bedeutet es, ein Mensch zu sein?

Erschienen bei Foliant
Band 1 von 2
Autor*in: Nina Varela
Übersetzt von Regina Jooß
ET: 02.10.2025
Seiten: 496
ISBN: 978-3-910522-61-9

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