Rezensionen

Alexis Henderson: Das Jahr der Hexen

Der erste Buddyread des Monats Juni ist beendet und was soll ich sagen? ‚Das Jahr der Hexen‘ von Alexis Henderson hatte leider nicht das, was ich mir von diesem Buch erhoffe hatte. Dabei waren meine Erwartungen nicht unbedingt übermäßig hoch, ich habe mir aufregende Anspannung und viel Düsterheit vorgestellt, Blut, Rituale. Hexensachen eben. Doch irgendwie kam ich anfangs schon mal nicht in die Geschichte rein. Ich habe mehr aus Pflichtbewusstsein meiner Buddyreadgruppe gegenüber gelesen, als dass mich die Story gepackt hätte. Die Handlung war nicht wirklich erkennbar, ein roter Faden für mich nicht vorhanden und ich fand es eher mäh als mitreißend. Die Atmosphäre war zwar sehr dunkel und beklemmend, aber eher wegen der frauenverachtenden, gottesfürchtigen und von Männern dominierten Gemeinschaft als durch die Präsenz von Hexen. Die größten Aufreger waren somit mehr die Übermacht der Männer und die Ohnmacht der Frauen als der Horror durch die titelgebenden Hexen. Es macht mich immer noch wütend, wenn ich an die Allmacht der Männer denke, an die sinnlosen Bestrafungen wegen Nichtigkeiten und die Stellung der Frau. Insoweit konnte das Buch also definitiv Emotionen in mir hervorrufen!
Ein großes Manko war für mich auch noch, dass ich mir die Welt, in der die Geschichte spielt, nicht vorstellen konnte. Vorort, Wald, heidnische Städte – das waren für mich nur irgendwelche Punkte, ohne großen Bezug zueinander.

Irgendwann wurde die Geschichte dann Gott sei Dank klarer bezüglich des Handlungsverlaufs, kurzweiliger und spannender, aber der für mich fast schon langweilige Beginn konnte die Geschichte in ihrer Gänze dann auch nicht mehr vollends retten. Nichtsdestotrotz kann ich versöhnlich mit ‚Das Jahr der Hexen‘ abschließen, auch wenn das Ende dann viel zu schnell abgehandelt und meine Rachegelüste nicht gestillt wurden. Ich wünsche mir auch selten ein bestimmtes Ende, aber hier hätte ich gerne eines gehabt, das trauriger ist. Warum auch immer. Die Autorin schreibt gerade an einem Sequel, mal kucken, ob ich das noch lesen werde. 3,5 Sterne.

Klappentext

Ein atemberaubender Roman über eine junge Frau, die in einer unerbittlich puritanischen Gesellschaft lebt und dunkle Kräfte in sich entdeckt.

In Bethel ist das Wort des Propheten Gesetz. Allein Immanuelles bloße Existenz durch die Liebe ihrer Mutter zu einem Fremden ist Gotteslästerung.
So wie alle anderen Frauen in der Siedlung führt Immanuelle ein Leben der Unterwerfung und absoluten Hingabe.
Doch dann betritt sie die verbotenen Dunklen Wälder, die Bethel umgeben. Sie werden von den Geistern von vier Hexen heimgesucht. Diese machen Immanuelle ein außergewöhnliches Geschenk: Das Tagebuch ihrer verstorbenen Mutter …
Fasziniert von den geheimnisvollen Aufzeichnungen, fällt es Immanuelle schwer zu verstehen, weshalb sich ihre Mutter mit den mächtigen Hexen verbündete. Bis sie die grausame Wahrheit über den Heiligen Krieg des ersten Propheten erfährt, bei dem unzählige Frauen und Mädchen missbraucht, gefoltert und verbrannt wurden.

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Bibliographie

Festa Verlag
Einzelband, Sequel folgt
Übersetzt von Susanne Picard
Originaltitel: The Year of the Witching
ET: 21.05.2021
Hardcover 19,99 €, eBook 5,99 €
528 Seiten
ISBN: 978-3-86552-911-4
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