Rezensionen

Kira Mohn – Show Me The Stars

(Werbung – Rezensionsexemplar)

Show Me The Stars von Kira Mohn ist der Auftaktband der Leuchtturm-Trilogie und hat mich zuerst aufgrund dieses unglaublich schönen Covers gecatcht. Kyss kann es einfach. Als ich dann den Klappentext gelesen habe, war es um mich geschehen. Irland, Leuchtturm, ein gutaussehender Ire? Her damit! Das Setting ist für mich neu und reizvoll und verspricht Romantik pur.

Liv ist eine Protagonistin, die man einfach mögen muss. Aus der Ich-Perspektive erzählt erfährt der Leser all ihre Gedanken, zu ihrem Beruf, ihrem Chef, ihrer Mutter. Sie ist erfrischend zupackend, Vegetarierin (wie unspektakulär!) und geht ihr Leben mit viel Witz, Humor, Gin und Tonic an, selbst (oder gerade deshalb?) wenn sie über Hypochonder und Promis schreiben muss. Wobei sie nicht weiß, was sie weniger mag: Hypochonder oder Promis. Ihre Mutter mag weder die einen noch die anderen, ist überhaupt nicht zufrieden mit der Berufswahl ihrer Tochter und lässt sie das auch spüren. Liv ist sich durchaus der Macht bewusst, die ihre Mutter über sie hat und möchte sie eigentlich nur zufriedenstellen, auch wenn sie sich dafür verbiegen müsste. Doch als sie den Verlust ihres ersten Jobs nutzt, um sich eine Auszeit zu nehmen, ist dies auch nicht das, was ihre Mutter gutheißt, ganz im Gegenteil: Irland, ein einsamer Leuchtturm, Zeit sich neu zu orientieren. Klingt doch super, oder? Laut ihrer Mutter: Zeitverschwendung. Doch es ist zumindest besser, als unter einer von Hamburgs zahlreichen Brücken zu landen, falls Liv die Miete für ihre Wohnung nicht mehr aufbringen kann.
Also findet sie sich kurze Zeit später auf einem Leuchtturm vor der Küste Irlands wieder, stellt sich ihren Ängsten, und lernt nebenbei noch Kjer kennen, einen attraktiven Einheimischen. Zwischen Stromausfall, Aussperrung und weiteren Tollpatschichkeiten Livs, kommen sich die beiden näher..

Die Geschichte schreitet gemächlich voran und nimmt sich die Zeit, die sie braucht – ohne dabei ein einziges Mal langatmig oder gar langweilig zu sein. Diese Entschleunigung passt finde ich auch gut zu Livs neuer Lebenssituation auf der abgeschiedenen Insel. Kira Mohn gibt allen Personen die Chance, den benötigten Raum einzunehmen und man schließt nicht nur Liv ins Herz. Abgesehen von Kjer (Mr. Breathtaking!), den man als LeserIn erst (!) nur oberflächlich kennenlernt und der somit faszinierend geheimnisvoll bleibt, wurden auch die anderen Nebencharaktere liebevoll gezeichnet. Sei es Airin (deren Geschichte in Band 3 Find Me In The Storm erzählt werden wird), Livs Opa oder gar Herr Wedekind, der Eigentümer des Leuchtturms, sie sind alle auf ihre Art bezaubernd, selbst, wenn sie nur kurze Auftritte haben. Herr Wedekind z.B. sorgt für einen Moment, in dem ich nicht anders konnte, als vor Rührung zu weinen.
Die Liebesgeschichte ist anders als so viele andere. Sie kommt ohne den großen Eklat, den großen Streit, das große Missverständnis aus. Sie entwickelt sich langsam und tiefgehend, einzig das Leben selbst, mit seinen Höhe und Tiefen, steht dem Happy End im Wege.
Ja, es macht einfach nur Spaß, ihr und den anderen in dem kleinen irischen Städtchen zu folgen. Aber nicht nur die Personen machen einem Freude, auch so Kleinigkeiten, wie dass Liv allen Möbeln Namen gibt, ja, selbst Kjers Auto oder auch der Leuchtturm Namen haben oder dass Brady’s Pub allein durch die Beschreibungen so urgemütlich klingt, dass sogar ich dort am liebsten ein Guinness trinken will, das mir dann leider doch nicht schmecken würde.
Irlands Küste, der Himmel, das Meer und der Leuchtturm werden so bildreich und mit viel Liebe zum Detail dargestellt, dass man nur noch vor sich dahin träumt, vom grünblauen Meer, vom stahlgrauen Meer, vom moosgrünen Meer. Diese unglaubliche Atmosphäre macht Show Me The Stars zu einem richtigen Wohlfühlbuch. 
Und während mir gerade noch der Sprühregen vom Wind ins Gesicht gepeitscht worden ist, die Wellen gegen die Klippen geschlagen sind, die Möwen am trist-grauen Himmel vorübergezogen sind und mir das Herz aufgegangen ist ob dieser schönen Geschichte, finde ich mich unversehens auf meiner Couch wieder und kann es kaum erwarten, bis der 17. September ist. Denn dann darf ich wieder nach Irland reisen, zu diesen tollen Menschen, die ich so sehr ins Herz geschlossen habe. Denn dann erscheint Save Me From The Night , der zweite Band der Leuchtturm-Trilogie und es heißt wieder fàilte in Castledunns. Ich freue mich schon darauf. Und bis dahin: viel Spaß mit Show Me The Stars. 5 Sterne.

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