Rezensionen

Ebru Adin: The Scars Chronicles – Dorn der Finsternis

(Werbung – Rezensionsexemplar)

Ebru Adins ‚Dorn der Finsternis‘ ist der Auftakt zur Trilogie ‚The Scars Chronicles‘. Ich durfte das Buch vorab lesen und bedanke mich dafür beim Piper Verlag.

Das Buch hat in der Vorschau meine Aufmerksamkeit mit diesem phänomenalen Cover geweckt. Erst beim ungefähr fünftem Blick habe ich erkannt, dass die Nebelschwaden Totenköpfe sind.. 
Als der Klappentext dann Irland und Geister versprochen hat, war es beschlossen: ich muss das Buch lesen. Es hat mir gut gefallen, kleine Kritikpunkte werden mich nicht davon abhalten, weiterzulesen.

‚Dorn der Finsternis‘ ist mein erstes Buch von Ebru Adin. Ihr Schreibstil ist sehr eingängig und flüssig zu lesen, er kommt ohne viel Schnörkel aus. Somit fiel mir der Einstieg ins Buch leicht. Im Gegensatz dazu ist das Worldbuilding umso ausgefeilter. Engel, Geister, Geisterkrieger, eine eigenes Schulsystem für letztere, Prophezeiungen. Die Zusammenhänge und Verwandtschaftsgrade sind teilweise etwas komplex, es wird viel Geschichtliches vermittelt, viele Personen werden eingeführt, die Geisterwelt erklärt. Es ist für mich alles etwas unübersichtlich, trotzdem wirkt es in sich geschlossen, logisch und zu Ende gedacht. Je weiter ich aber im Buch voranschreite, desto mehr verstehe ich die Zusammenhänge.

Wir folgen als Leser fünf Personen, die jeweils aus der Ich-Perspektive erzählen und sehr unterschiedlich sind. Die Charakterentwicklungen sind allesamt gut zu erkennen und nachvollziehbar, wenn auch teilweise vorhersehbar. Doch das macht gar nichts. Ebensowenig, dass einige Klischees bedient werden und die Charaktere teilweise Stereotypen sind. Die Dynamik zwischen den Protagonisten macht viel Spaß, sie regt aber auch zum Nachdenken an. Mobbing, Ausgrenzung, Intoleranz, physische und psychische Gewalt werden genauso thematisiert wie Freundschaft, Füreinander da sein und über seine Vorurteile hinwegkommen. Denn die wichtige Botschaft des Buches lautet: auch wenn wir unterschiedlich sind, haben wir doch alle unsere Daseinsberechtigung, sind nicht besser oder schlechter als andere.

Die Story ist spannend und arbeitet klar auf ein Ziel hin. Nichtsdestotrotz sind einige Geheimnisse eingebaut, die es noch zu entdecken gilt, einige Kämpfe, die es noch zu fechten gibt. Und die in Folgebänden bestimmt für Aufregung, neue Konstellationen und neue Verbündete sorgen. Vorausgesetzt, es tritt alles so ein, wie ich das jetzt weitergesponnen habe 😀

Nun zu den kleinen Kritikpunkten: Es hat mich ein bißchen gestört, dass die Geisterkrieger zu Beginn des Buchs gefühlt alle drei Seiten auf eine Mission geschickt werden. Das war mir irgendwie zu viel Action, zu gewollt und hat die Geschichte nicht wesentlich vorangetrieben. Das hat sich aber gegen Ende des Buchs gelegt und es wurde trotzdem nicht langweilig.

Ich fand es auch zu viel, welche Fähigkeiten und Eigenschaften die Geisterkrieger haben. Portalreisen, Kartenprojektion, Seelendrachen: Hm, wo müssen wir jetzt hin, wir kennen uns ja gar nicht aus! Kein Problem, wir können eine Karte auf unserer Handfläche erscheinen lassen..
Ja, das ist jetzt Nörgeln auf hohem Niveau, aber ich dachte mir, wozu brauchen die Geisterkrieger all diese Fähigkeiten? Vielleicht erschließt sich mir das in den Folgebänden, denn mir hat dieser Auftaktband ziemlich gut gefallen und ich möchte auf alle Fälle weiterlesen. Vor allem gegen Ende hin konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen. 4 Sterne für ‚Dorn der Finsternis‘.

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