Rezensionen

Dominic Spinner: Tochter der Freiheit

(Werbung – Rezensionsexemplar)

‚Tochter der Freiheit‘ von Dominic Spinner ist der Auftakt der Krycal-Saga und der Start in eine Geschichte genau nach meinem Geschmack. Eine komplexe Story mit vielen Schauplätzen und noch mehr Figuren, die mich trotz ihrer Länge fast durchgehend fesseln konnte. Ich freue mich, wenn es voraussichtlich im Frühjahr 2022 weitergehen wird.

Allerdings bin ich etwas skeptisch in die Geschichte gestartet, bevor ich überhaupt das erste Wort gelesen hatte. Denn das Korrektorat und Lektorat wurde von vier Personen übernommen, deren Nachname ebenfalls Spinner lautet. Das mag weder etwas über die Qualifikation der vier aussagen, noch über die Qualität der Geschichte, jedoch habe ich mich gefragt, ob das was werden kann, wenn, sagen wir mal, Laien, diese wichtige Aufgabe übernehmen. Vorurteil ahead, ich weiß. Und trotzdem konnte ich das Gefühl nicht abschalten. So wie das halt ist mit Gefühlen. Zumal ich mir persönlich so etwas nicht zutrauen würde, da mir Logiklöcher nur auffallen, wenn sie so groß sind, das man hineinfallen könnte. Ich kann mir eher Figuren und Wesen merken, als Handlungsstränge auf ihre Logik hin zu verfolgen.
Anfangs waren dann gleich ein paar Stellen, die vielleicht präziser hätten formuliert werden können, damit sie klarer werden. Aber da das in unserer Leserunde angesprochen wurde, weiß der Autor Bescheid. Doch diese kleinen Unstimmigkeiten konnte ich schnell hinter mir lassen und voll Abtauchen in diese fesselnde Geschichte. Ich würde nicht sagen, dass sie episch-ausschweifend ist, denn es wird nicht seitenweise irgendetwas beschrieben. Es passiert einfach ziemlich viel, schon allein aufgrund der vielen handelnden Figuren und den vielen Schauplätzen. Diese sind zur Orientierung auch immer am Kapitelanfang angegeben bzw. auch bei einem Ortswechsel während eines Kapitels. Ich hätte mir vor allem anfangs leichter getan, wenn statt den Orten die Personen genannt werden würden, einfach, weil diese ja immer gleich bleiben und Orte nun mal gewechselt werden können. Aber als ich dann alle Personen überblickt hatte, war das auch kein Problem mehr.

Wir folgen den vier im Klappentext genannten Frauen in vier Haupthandlungssträngen, es kommen aber tatsächlich noch einige mehr hinzu. Ich liebe ja solch eine Komplexität, könnte mir aber vorstellen, dass sie Leser*innen , die ein eher schlechtes Namensgedächtnis haben, Probleme bereiten könnte. Nicht nur viele Figuren, auch viele Völker und eine komplizierte politische Situation heben den Anspruch weiter und ich jubiliere innerlich, wenn sich manche Handlungsstränge kreuzen oder ein Ereignis aus einem Erzählstrang Auswirkungen auf den anderen hat. Ich mochte das schon immer, diese Zusammenführung. Selbst, wenn sich die Wege dann wieder trennen.

Zur Handlung selbst möchte ich nicht viel sagen, denn das würde den Rahmen sprengen. Aufgrund der Vielzahl der Figuren habe ich auf jeden Fall welche gefunden, die mir sofort sympathisch waren, aber auch welche, deren Handeln ich immer noch in Frage stelle.  Jeder Charakter ist mehr oder weniger individuell, aber nicht tief ausgearbeitet, sodass ich manche noch besser kennengelernt hätte. Und die Frauenbilder, puh. In Krycal haben Frauen keinen hohen Stellenwert und dementsprechend handeln sie auch teilweise. Das fand ich schade, sie hätten ein bisschen selbstbewusster sein können, ein bisschen bestimmter und weniger sexualisiert. Somit ist in dieser Hinsicht Entwicklungspotential vorhanden, das hoffentlich in den Folgebänden genutzt wird. Es werden weiterhin hauptsächlich Oberflächlichkeiten beachtet, und gefühlt alle in Krycal sind unglaublich attraktiv. Doch das könnte mein Empfinden sein, wenn man sich einmal auf etwas eingeschossen hat, ist man sensibel diesen Erwähnungen gegenüber.
Was deshalb überhaupt nicht bei mir ankam waren die Liebesgeschichten, die sich hier und da entwickelt haben. Vielleicht liegt es auch an dem etwas gestelzt wirkenden Schreibstil, der mir einfach eine gewisse Distanz übermittelt (und bei dem ich vor allem zu Beginn ein paar Seiten gebraucht habe, bis ich ihn flüssig lesen konnte). Es ging mir auch teilweise zu schnell (Stichwort Insta-Love), da wie gesagt hauptsächlich oberflächliche Merkmale für die Verliebtheit ausschlaggebend waren.  Nichtsdestotrotz habe ich den Reihenauftakt gerne gelesen und die Komplexität sehr genossen. Jedoch habe ich in der Leserunde angeregt, im Folgeband ein ‚Was bisher geschah‘ einzubauen. War damit wohl nicht die Erste. Und schadet ja auch nicht, zumal das Frühjahr 2022 noch ein bisschen hin ist und ich sehr vergesslich was Details angeht. Denn Weiterlesen möchte ich auf alle Fälle! 4 Sterne.

Klappentext

Vier junge Frauen in ihrem Kampf für das Gute – in einer Welt, in der kein Platz für sie ist.

Zwanzig Jahre sind vergangen, seit Wallor der Eroberer die Herrschaft über den Kontinent Krycal eingenommen hat. Dunkle Zeiten sind über die Königslande eingebrochen. Doch nicht alle Ecken des Landes stehen unter seinem Regime.

Und während junge Mädchen im ganzen Land ermordet werden und Elben vor der Verfolgung fliehen, begehren vier junge Frauen gegen ihr Schicksal auf: die Tochter eines Fürsten, die vor ihrer Hochzeit flieht, eine Gefangene, die im höchsten Turm der Hauptstadt ihre magischen Fähigkeiten entdeckt, eine Prinzessin, die gegen die Machenschaften ihres Onkels ankämpft. Und ein Bauernmädchen, das aus seiner Heimat fliehen muss, um sie alle vor dem Untergang zu retten…

Der Auftakt der großen Fantasy-Saga!

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Bibliographie

Erschienen im Selbstverlag
Band 1 der Reihe ‚Die Krycal-Saga‘
ET: 20.04.2021
eBook 4,99 €, Taschenbuch 22,99 €, Hardcover 29,99 €
804 Seiten
ISBN: 978-3347294134
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