Melanie Vogltanz: Wolfswille (Weißer Wolf 1)
(Werbung – Rezensionsexemplar)
‚Wolfswille‘ von Melanie Vogltanz wollte es von Anfang an von mir wissen. Der Prolog war schon so cool, denn in Berichtsform wurden Ereignisse im Jahre 1859 geschildert, die so mysteriös und grauenvoll klingen, dass die Geschichte nur gut werden konnte. Doch dann der Cut. Auf einmal springen wir ins Jahr 1888 und ich bin kurzzeitig völlig verloren. Gott sei Dank habe ich mich nach ein paar Kapiteln wieder gefunden und konnte Protagonist Alfio mit der nötigen Euphorie begleiten.
Ein Glück, denn die Geschichte ist eine spannende Mischung aus historischer Fantasy und Murder Mystery, mit einem ambivalenten Protagonisten, der seine innere Bestie mit Opium betäubt und dabei stets einen traurigen Eindruck hinterlässt.
Mein erstes Buch von Melanie Vogltanz wird sicher nicht mein letztes sein. Ich liebe ihren Schreibstil, der so perfekt in das viktorianische London passt, in dem die Geschichte spielt. Ein bisschen ausschweifend und mit der Zeit entsprechender Wortwahl, die aber genau den Ton trifft, den ich mir erwartet hatte. Gepaart mit historischen Fakten und einer düsteren Stimmung ist der Trilogieauftakt perfekt.
Wir folgen Alfio in das London im Jahr 1888, er verdingt dort sein Leben mit dem Eintreiben von Schulden, bewegt sich zwischen Opiumhöhlen, Spielhöllen und Bordellen. Mithilfe von Rückblenden erfahren wir mehr aus Alfios langem Leben als unsterblicher Wolfsmensch, erleben so nach und nach, wie er zu dem ständig betäubten Menschen wurde, der er jetzt ist.
Als schließlich Morde an Prostituierten Londoner East End erschüttern, ist Alfio schnell Tatverdächtiger Nummer 1 und dadurch gezwungen, sich aus seiner Lethargie und Passivität zu kämpfen und den wahren Mörder zu finden.
Alfio ist ein wunderbarer Charakter, der mit allerlei Klischees rund um Werwölfe aufräumt und zeigt, dass es weder romantisch noch mutig ist, sich zu verwandeln. Sein Leben ist ein stetiger Versuch, den Wolf in ihm zu zähmen, ihn mit Opium zu betäuben und nicht die Oberhand gewinnen zu lassen. Dass aber weitaus mehr in ihm steckt als eine mordende Bestie, zeigt er im Verlaufe der Handlung immer wieder. Ja, ich habe ihn ein bisschen ins Herz geschlossen, mit seiner Traurigkeit und seinem Sinn für Gerechtigkeit und freue mich auf ein Wiedersehen im zweiten Band. 4,5 Sterne.
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London 1888
Alfio ist ein Hemykin, ein unsterblicher Wolfsmensch. Sein Leben ist gezeichnet von der Angst vor dem Kontrollverlust – der Angst, wieder zu zerstören, was er liebt. Nach Jahrzehnten des Exils verschlägt es ihn nach London, wo er sich als Schuldeintreiber verdingt und das Tier in sich mit Opium betäubt. Doch im Herzen Englands lauert eine Bedrohung, die selbst ihn in Bedrängnis bringt. Grausame Morde erschüttern Whitechapel. Die Opfer: Prostituierte, in deren Adern ebenso wie in Alfios das schwarze Blut der Unsterblichkeit fließt.
Gegen seinen Willen versinkt Alfio in einem Sumpf der Gewalt und Intrigen. Er gerät nicht nur in den Fokus der Polizei, sondern zieht auch die Aufmerksamkeit weit mächtigerer Gegner auf sich. In der Hoffnung, den Mörder unschädlich zu machen und seine eigene Unschuld zu beweisen, setzt er den letzten Rest seiner Menschlichkeit aufs Spiel.
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Erschienen im Selbstverlag
Band 1 von 3
Autor*in: Melanie Vogltanz
ET: 24.03.2024
Seiten: 318
ISBN: 978-3758308321
Eine Bestellmöglichkeit und einen Blick ins Buch gibt’s hier
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