Rezensionen

Lena Kiefer: Don’t Love Me

Als ich vor drei Jahren auf Bookstagram gestoßen bin und meinen Account gestartet hatte, hatte ich eine kurze New-Adult-Phase. Einfach, weil die Cover meist ein Träumchen sind und viele, viele Leser*innen von den Liebesgeschichten geschwärmt haben. Ich habe mich allerdings recht schnell satt gelesen und habe nun meine Art der Liebesromane gefunden. Nichtsdestotrotz greife ich ab und an immer noch gerne zu einem New-Adult-Roman, vor allem, wenn er wie Lena Kiefers Trilogieauftakt ‚Don’t Love Me‘ in Schottland spielt, meinem Herzensland.

Ich glaube mich zu erinnern, dass die Autorin die Trilogie damals als eine Art Revolution des Genres angekündigt  an. Leider kann ich das nicht bestätigen. Es werden doch einige Klischees bedient, ein großes Geheimnis künstlich in die Länge gezogen und ein bißchen On/Off gespielt. Neben Insta-Love und vielen nervigen Jane-Austen-Anspielungen sind das meine größten Kritikpunkte an der Story. Aber weißt du was? Ich mochte es trotzdem, denn es hat mich ziemlich gut unterhalten. Lena Kiefers Schreibstil ist noch dazu wie in ihrer ‚Ophelia Scale‘-Trilogie wieder top, ich mag ihre Art des Schreibens einfach.

Kenzie ist eine bodenständige und verantwortungsbewusste Protagonistin, die genau meinen Humor hat. Ihre herausfordernden, nicht ganz ernst gemeinten Kommentare mochte ich total, aber auch, dass sie sich nicht vom Reichtum und der Macht der Henderson-Familie hat beeindrucken lassen. Lyall ist eigentlich ein netter Kerl, aber dieses „Geheimnis“ das ihn umgibt, zeichnet ein anderes Bild von ihm, dass ich so aber nicht nachvollziehen kann. Aber das Problem hatte ich schon öfter, dass jemand anders beschrieben wird, als er jetzt in der Gegenwart ist und ich es einfach nicht fühle. Vielleicht wäre das mit zwei Zeitebenen besser lösbar, oder aber mit Rückblenden. So denke ich mir: Jaaa, ich weiß, was ihr von ihm haltet. Aber das ändert auch nichts daran, dass ich ihn mit diesem Image nicht zusammenbekomme.
Das große Geheimnis ist dann das, was ich am problematischten an der ganzen Geschichte finde. Schon bei einer anderen Autorin, die diese Thematik als Cliffhanger benutzt hat, war ich kein bisschen zufrieden mit der Aufarbeitung. Hier ist es indirekt das Ende des ersten Teils, doch es wäre schön, wenn sich im Folgeband damit auseinandergesetzt werden würde.

Wenn ich mir jetzt so durchlese, was ich an der Geschichte nicht so mochte, kann ich gar nicht glauben, dass ich sie doch so gerne gelesen habe. Ich fand die Thematik nämlich ziemlich toll. Schottland, ein Hotel, die Highlands, Edinburgh, Innendesign. Also mal kein Universitätssetting. Ich fand das Buch auch keine Sekunde langweilig und ich habe mich immer gefreut, im Buddyread mit meiner Schwester einen Abschnitt weiterlesen zu können. Manchmal zählt für mich bei einem Buch einfach die Unterhaltung, selbst wenn ich ein paar Kritikpunkte habe. 4 Sterne.

Klappentext

ER hat ein dunkles Geheimnis.
SIE ist tabu für ihn.
Haben sie eine Zukunft?

KENZIE ist nicht gerade begeistert davon, in den schottischen Highlands ihr Design-Praktikum zu absolvieren. Doch als sie bei ihrem ersten Auftrag dem jungen Erben der Luxushotelkette begegnet, ändert sich alles. Der attraktive Lyall fasziniert sie von der ersten Minute an. Doch welches Geheimnis verbirgt er hinter seinem abweisenden Verhalten?

LYALL bleibt ein Sommer, um sich am Stammsitz seiner altehrwürdigen Familie zu bewähren. Gelingt ihm das nicht, ist seine Zukunft in Gefahr. Als er der Designstudentin Kenzie begegnet, gerät sein Plan ins Wanken. Denn ihrer Anziehungskraft kann er einfach nicht widerstehen. Doch keiner weiß besser als er, wie verhängnisvoll eine Beziehung zu ihm für sie enden könnte.

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Für einen Blick ins Buch klicke auf das Cover

cbj
Band 1 von 3 der Reihe ‚Don’t LOVE Me‘
ET: 12.10.2020
Paperback 12,90 €, eBook 9,99 €
432 Seiten
ISBN: 978-3-570-16598-0
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