Rezensionen

Delia Liebkur: Ruth – Dunkle Träume

(Werbung – Rezensionsexemplar)

‚Ruth: Dunkle Träume‘ von Delia Liebkur hält, was es verspricht. Es ist düster, mitunter brutal und hat eine Traumkomponente, die ungemein interessant ist und von der ich so noch nie gelesen habe. Spannend, manchmal ein bisschen gruselig, aber durchgehend mitreißend. Vor allem die hoffnungslose und bedrohliche Grundstimmung der Geschichte hat es mir angetan, die unheilvolle Welt und die Figuren.

Die Empfehlung kann ich gleich mit Delia Liebkurs Schreibstil beginnen lassen. Er ist sehr angenehm und bildhaft und nimmt mich gleich voll ein. Denn der erste Satz des Buches ist wie ein Paukenschlag und verursacht sofort Gänsehaut pur: „Ich bin nicht allein in meinem Kopf.“ Genial, denn es verspricht eine träumerisch-geistige Komponente, auf die ich total gespannt bin.

Die Welt, die die Autorin geschaffen hat, unterstreicht die düstere Grundstimmung der Geschichte nochmal. In Verstal haben sich die Menschen mit dem Status Quo arrangiert. Sie sind bereit, Opfer zu bringen, um die Bestien ein paar Tage ruhig zu stellen. Menschen werden als Mörder verurteilt, weil ihre Verurteilung der schnellste Weg ist, um die Sache abzuschließen. Es ist schwer, in so einer Welt die Hoffnung nicht zu verlieren, Freundschaften zu schließen oder die Liebe zu finden. Und doch ist es möglich, die Protagonisten zeigen es.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal ist es die titelgebende Ruth, die mit den dunklen Träumen. Doch wer ist zusammen mit Ruth in ihrem Kopf? Das erschließt sich nach und nach und wir als Leser hüpfen zwischen Traum und Realität hin und her. Im eBook war es manchmal ein bisschen schwer, zu unterscheiden, was Ruth den nun träumt und was wirklich passiert. Die Autorin verspricht aber, dass das im Print visuell gekennzeichnet ist.
Seit einem Vorfall in ihrer Kindheit wird Ruth von Alpträumen geplagt und sieht den Tod anderer Menschen, spürt ihn, fühlt ihn. Eine Gabe, auf die man liebend gerne verzichten könnte. Vor allem, wenn die Menschen unter derart grausamen Umständen ums Leben kommen. Ich werde zu den Träumen und wie sie entstehen nicht mehr sagen, zu interessant ist es, die Zusammenhänge selbst zu entdecken. Ich verrate nur so viel: Es spielen Wesen eine Rolle, die Gott sei Dank der Fantasie der Autorin entsprungen sind. So verwundert es nicht, dass Ruth versucht, dem Ganzen zu entfliehen..
Ich mochte sie, sie ist nicht perfekt, verzweifelt, oftmals ein bisschen im Selbstmitleid zerfliessend und trotz ihres starken Auftretens sehnt sie sich eigentlich nur nach Liebe. Ich hätte sie gerne noch besser kennengelernt. Ihre Kapitel nehmen den Hauptteil der Geschichte ein und doch habe ich das Gefühl, nur oberflächlich von ihr zu erfahren.

Die zweite Sichtweise ist die von Anka, der besten Freundin Ruths. Auch sie war mir sehr sympathisch und ihre Kapitel haben der Geschichte Abwechslung verliehen und neue Ansichten, zumal Ruth und Anka sich meistens nicht am selben Ort aufhalten. Ankas Handlungsstrang ist der, der mein kleines Krimiherz wieder ein bisschen reanimiert. Sie geht nämlich eben jenen Mordfällen auf den Grund, die Ruth ihre Träume bescheren. Und ich merke mal wieder, wie gerne ich Fantasy mit Krimielementen lese. Ich suche nicht gezielt danach, doch ich freue mich jedes Mal, wenn es in diese Richtung geht!

‚Ruth: Dunkle Träume‘ ist eine spannende und düstere Geschichte, die zurecht als Dark Fantasy angepriesen wird. Die bedrohliche Welt und die hoffnungslose und dunkle Grundstimmung haben es mir ziemlich angetan. Schade, dass es keine Fortsetzung  geben wird. 4 Sterne.

Klappentext

Ich bin nicht allein in meinem Kopf.
Daran wird Ruth jede Nacht aufs Neue erinnert. Als Kind wurde sie von einem Gesichtslosen, einem Monster der Angst, geküsst. Seither sieht sie den Tod anderer Menschen in ihren Träumen. Und sie weiß – es ist real. Sie erlebt die letzten Atemzüge von Verstorbenen, als wäre sie an ihrer Stelle. Der Gesichtslose schickt ihr diese Bilder, um sich später daran satt zu essen. Doch Ruth kann nicht mehr. Selbst ihre beste Freundin Anka vermag ihr nicht mehr da durch zu helfen. Sie zieht los, um dieses Monster zu töten, auch wenn das ihr eigenes Ende bedeutet. Zusammen mit Sayed, der ihr einfach nicht von der Seite weichen will, kommt aber alles anders, als erwartet. Sayed weiß mehr, als er Ruth sagt und Anka gibt sie selbst nach ihrer Abreise nicht auf. Und plötzlich geht es nicht mehr nur um Ruth, sondern um die Erlösung ganz Verstals von dem Schrecken der Gesichtslosen.

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Für einen Blick ins Buch klicke auf das Cover

Bibliographie

Erschienen im Selbstverlag
Einzelband
ET: 12.12.2020
Taschenbuch 13,90 €, eBook 4,99 €
340 Seiten
ISBN: 979-8558108651
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