Rezensionen

Amie Kaufman, Jay Kristoff: Aurora erwacht

Anstatt dass ich die ‚Nevernight‘-Reihe beende oder den zweiten Teil der ‚Illuminae-Akten‘ lesen würde, habe ich nun noch eine Reihe von Jay Kristoff begonnen und ‚Aurora erwacht‘ gelesen, das eben jener zusammen mit Amie Kaufman geschrieben hat und das den Auftakt des ‚Aurora Cycle‘ bildet. Der Klappentext verspricht ein launiges Weltraumabenteuer, einen humorvollen Schreibstil und tolle Charaktere. Und das alles habe ich auch in allerbester Manier bekommen! Jedoch hat mir ein bisschen was gefehlt und ein Gegenspieler hat mir nicht.. gefallen.

Nachdem ich ‚Die Verstoßenen‘ von M.K. England gelesen hatte, bei dem viele Leser*innen den Vergleich zu ‚Aurora erwacht‘ gezogen haben, habe ich mich total gefreut, es nun lesen zu können. Ich kann den Vergleich nun total nachvollziehen, doch der Reihenauftakt wäre bestimmt besonderer für mich gewesen, hätte ich Englands Raumfahrt-Odyssee vorab nicht gelesen. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau, ich habe zwei fantastische Bücher gelesen, ohne Frage, auch wenn sie sich in gewissem Maße ähnlich sind.

‚Aurora erwacht‘ ist ein spannendes Science-Fiction-Abenteuer, das gute Laune macht und sehr humorvoll ist. Sarkasmus, coole Gesten, Zynismus, unfreiwilliger Humor – ich habe es total gerne gelesen, denn es war nicht nur durch die Erzählart kurzweilig. Die Kunst dabei: Das geeignete Maß zu finden. Das ist nämlich oftmals meine „Angst“ bei so, sagen wir mal, launigen Geschichten; dass auf Teufel komm raus Witze eingebaut werden, es zu viel wird und darunter das Lesevergnügen leidet. Aber das war hier Gott sei Dank nicht der Fall, es war genau die richtige Prise Humor, Albernheit und Witz.
Darüber hinaus hat die Geschichte aber auch an den richtigen Stellen Tiefgang bewiesen. Fragen zur Existenz, zum eigenen Dasein, sind in den Weiten des Weltraums wahrscheinlich zwangsläufig, und selbst wenn diese hinter flapsigen Sprüchen versteckt sind, sind sie vorhanden. Das gefiel mir sehr, denn als Buch mit Zielgruppe Jugendliche ab 14 Jahre finde ich es wichtig und passend, solche Fragen zu stellen. Denn vor allem junge Erwachsene in diesem Alter wissen oftmals selbst noch nicht so genau wohin die Reise ihres Lebens gehen soll.

Die Reise mit dem Squad 312 war auf jeden Fall der Hammer! Das eher unfreiwillige Team konnte mich nämlich vom ersten Augenblick an überzeugen. Jeder Charakter ist so besonders und einzigartig und das nicht nur, weil wir es mit verschiedenen Spezies zu tun haben. Nein, ihre Eigenschaften und Wesenszüge sind noch dazu so detailliert und sorgsam ausgearbeitet und machen sie dadurch unverwechselbar – und unglaublich liebenswert! Hilfreich ist dabei natürlich, dass jeder Charakter seine eigenen Kapitel bekommt und somit aus seiner Sichtweise erzählen kann. Dadurch lernen wir sie intensiv kennen, ihre Gedanken, ihr Motivation, ihre Vorlieben und mit welchen Problemen sie in ihrem Leben schon zu kämpfen hatten.
Doch abgesehen von den tollen Figuren hätte ich mir zum Worldbuilding selbst, also den verschiedenen Planeten, den Raumschiffen, den diversen Spezies, mehr gewünscht. Einfach, um alles noch mehr aufzusaugen und die großen und kleinen Zusammenhänge noch besser zu verstehen. Doch dieses Manko an Details mag dem geschuldet sein, dass es nun mal Jugend-Science-Fiction ist, die den Fokus mehr auf die Figuren, deren Entwicklung und den Plot legt, als auf einen opulenten Weltenbau. Es sei ihnen verziehen 😉

Die Handlung selbst war voller Action, sehr spannend und ziemlich gefährlich. Einfach genau so, wie man sich ein Weltraumabenteuer vorstellt, wenn man auf der Flucht vor zwielichtigen Mächten ist und selbst noch ein Ding drehen muss. Und als sich langsam herauskristallisiert, vor welchem Gegenspieler der Squad eigentlich flüchtet und was dieser will.. Ist der erste Teil schon zu Ende. À propos Gegenspieler: Ich muss zugeben, dass ich gerne einen anderen gehabt hätte. Denn er ist mir zu wenig greifbar und darum hat er mir nicht so gut gefallen. Noch nicht. Wobei „Gefallen“ bei einem Antagonisten ja eher eine unpassende Bezeichnung ist. Aber vielleicht wird das mit dem Gegenspieler und mir ja noch in den Folgebänden. Ich freu mich auf alle Fälle drauf und hoffe auch ein bisschen, dass das Cover von Band 2 Justin Timberlake zieren wird. Hach, Fanart ist oft einfach nur genial! 4,5 Sterne.

Klappentext

Tyler, frisch ausgebildeter Musterschüler der besten Space Academy der ganzen Galaxie, freut sich auf seinen ersten Auftrag. Als sogenannter „Alpha“ steht es ihm zu, sein Team zusammenzustellen – und er hat vor, sich mit nichts weniger als den Besten zufrieden zu geben. Tja, die Realität sieht anders aus: Er landet in einem Team aus Losern und Außenseitern:

Scarlett, die Diplomatin – Sarkasmus hilft immer (not.)
Zila, die Wissenschaftlerin – dezent soziopathisch veranlagt
Finian, der Techniker – besser: der Klugscheißer
Kaliis, der Kämpfer – es gibt definitiv Menschen, die ihre Aggressionen besser unter Kontrolle haben
Cat, die Pilotin – die sich absolut nicht für Tyler interessiert (behauptet sie zumindest)

Doch dieses Katastrophenteam ist nicht Tylers größtes Problem. Denn er selbst ist in den verbotenen interdimensionalen Raum vorgedrungen und hat ein seit 200 Jahren verschollenes Siedlerschiff gefunden. An Bord 1.000 Tote und ein schlafendes Mädchen: Aurora. Vielleicht hätte er sie besser nicht geweckt. Ein Krieg droht auszubrechen – und ausgerechnet sein Team soll das verhindern. Ouuups. Don’t panic!

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Für einen Blick ins Buch klicke auf das Cover

Bibliographie

Fischer Sauerländer
Band 1 von 3
Originaltitel: Aurora Rising
Autor*innen: Amie Kaufman, Jay Kristoff
Übersetzt von Nadine Püschel
ET: 24.02.2021
Seiten: 496
Altersempfehlung: 14
ISBN: 9783737356701

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